Sind Zufallsgeneratoren in Online-Casinos wirklich zufällig?

In der Welt der Online-Casinos spielen Zufallsgeneratoren eine entscheidende Rolle, weil sie in praktisch jedem Spiel benutzt werden und Unvorhersehbarkeit das A&O bei Glücksspielen ist. Wahrscheinlich hat sich nach einer Reihe von “falschen” Ergebnissen jeder Nutzer schon mal gefragt, wie zufällig die Zufallsgeneratoren in Online-Casinos eigentlich wirklich sind und ob es wirklich mit rechten Dingen zugeht, wenn die Roulette-Kugel das achte Mal hintereinander auf Schwarz landet. Wir haben uns daher dem komplexen Thema angenommen und wollen zumindest grob umreißen, wie die gängige Technologie funktioniert, ob man ihre Zufälligkeit hinterfragen kann und welche Zertifikate man beachten sollte.

 

karikatur über zufälligkeit von zufallsgeneratoren

 

Wie funktionieren Zufallsgeneratoren in Online-Casinos?

Zufallsgeneratoren, auch bekannt als Random Number Generators (RNG), sind Algorithmen, die zufällige Zahlen innerhalb eines festgelegten Bereichs erzeugen. In Online-Casinos werden RNGs eingesetzt, um den Ausgang von Spielen wie Spielautomaten, Roulette oder Blackjack zu bestimmen.

Der Zufallsgenerator basiert auf komplexen mathematischen Formeln, die in der Regel Pseudozufallszahlen erzeugen. Das bedeutet, dass die Zahlen zwar zufällig erscheinen, aber dennoch durch einen deterministischen Prozess erzeugt werden. Dieser Prozess beginnt mit einem sogenannten “Seed”-Wert, der als Ausgangspunkt für die Berechnung der Zufallszahlen dient. Er ist eine Art Startnummer, die verwendet wird, um eine vorhersehbare Sequenz von Zufallszahlen zu generieren.

Hier ist eine (stark) vereinfachte Formel für einen Zufallsgenerator:

Zufallszahl = ((Startwert * Faktor) % Obergrenze) + Untergrenze

  • Startwert: Der Ausgangspunkt für die Berechnung. Er basiert oft auf der aktuellen Uhrzeit.
  • Faktor: Eine festgelegte Zahl, die den Startwert beeinflusst, um eine Zufallszahl zu erzeugen.
  • Obergrenze: Die maximale Zufallszahl, die erzeugt werden kann.
  • Untergrenze: Die kleinste Zufallszahl, die erzeugt werden kann.
  • %: Ein mathematischer Operator, der den Rest einer Division berechnet.

Angenommen, wir möchten wie beim Würfeln eine Zufallszahl zwischen 1 und 6 erzeugen. Die Untergrenze wäre hier 1, die Obergrenze 6. Obige Formel würde dann so aussehen:

Zufallszahl = ((Startwert * Faktor) % 6) + 1

Mit dieser Formel kann der Zufallsgenerator eine zufällige Zahl zwischen 1 und 6 erzeugen. Es gilt aber zu beachten, dass dies nur eine Vereinfachung ist. Echte Zufallsgeneratoren in Online-Casinos nutzen wesentlich komplexere Algorithmen.

Sind Zufallsgeneratoren wirklich zufällig?

Die Frage, ob RNGs in Online-Casinos wirklich zufällig sind, ist absolut berechtigt. Wie schon erwähnt sind die erzeugten Zahlen sogenannte Pseudozufallszahlen. Das bedeutet, dass sie zwar nicht absolut zufällig sind (weil sie mittels Seed-Wert und einem Algorithmus erzeugt werden), aber dennoch so konstruiert werden, dass sie in der Praxis als zufällig betrachtet werden können, weil sie eine extrem hohe Unvorhersehbarkeit, Gleichverteilung und Unabhängigkeit aufweisen. Es ist praktisch unmöglich, zukünftige Zahlen auf der Grundlage der bisher erzeugten Zahlen vorherzusagen, weshalb sie in den meisten Anwendungen (inklusive den Online-Spielbanken) als ausreichend zufällig angesehen werden.

Die Qualität eines RNG hängt von der Güte des Algorithmus und des Seed-Werts ab. Wie oben bereits erläutert, muss ein guter Zufallsgenerator die folgenden Eigenschaften aufweisen:

  • Unvorhersehbarkeit: Es muss unmöglich sein, zukünftige Zahlen auf der Grundlage der bisher erzeugten Zahlen vorherzusagen.
  • Gleichverteilung: Jede Zahl innerhalb des festgelegten Bereichs muss die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, erzeugt zu werden.
  • Unabhängigkeit: Die erzeugten Zahlen sollten voneinander unabhängig sein, d.h. die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Zahl zu erhalten, sollte nicht von den zuvor erzeugten Zahlen beeinflusst werden.

Wie stellen Online-Casinos sicher, dass Zufallsgeneratoren fair sind?

Um das Vertrauen der Spieler zu gewinnen, unterziehen sich seriöse Online-Casinos unabhängigen Überprüfungen durch Dritte, wie z.B. eCOGRA, iTech Labs oder GLI. Diese Prüfungsstellen testen und zertifizieren die RNGs, um sicherzustellen, dass sie fair, unabhängig und den Industriestandards entsprechend funktionieren. Ein Zertifikat von einer renommierten Prüfungsstelle ist ein wichtiger Indikator für die Fairness und Zufälligkeit eines Online-Casinos. In der Regel findet man im Footer der Website des Online-Casinos bereits Hinweise auf ein solches Zertifikat.

Darüber hinaus unterliegen Online-Casinos in vielen Ländern strengen Lizenzierungs- und Regulierungsanforderungen – insbesondere in der Schweiz. Die hiesigen Vorschriften stellen sicher, dass die RNGs ordnungsgemäß funktionieren und den Spielern ein faires Spielerlebnis bieten. Wie es dagegen bei Anbietern aus Übersee aussieht, steht auf einem anderen Blatt.

Fazit: Können Spieler Zufallsgeneratoren vertrauen?

Ja. Obwohl RNGs in Online-Casinos Pseudozufallszahlen erzeugen, sind sie in der Praxis zufällig genug, um ein faires und unvorhersehbares Spielerlebnis zu bieten. Die Technologie hinter Zufallsgeneratoren ist zwar komplex, aber gut etablierte Online-Casinos stellen sicher, dass ihre RNGs von unabhängigen Prüfungsstellen getestet und zertifiziert werden.

Als kritischer Leser und potenzieller Spieler ist es wichtig, auf Zertifikate von renommierten Prüfungsstellen zu achten und sich für Online-Casinos zu entscheiden, die unter seriösen Lizenz- und Regulierungsbehörden registriert sind. Auf diese Weise kann man den Spielen und ihrer Zufälligkeit vertrauen. Fehlen die Zertifikate, zum Beispiel in Casinos aus Übersee, sieht die Sache schon anders aus. Hier sind Zweifel zumindest nicht völlig unangebracht. Die Zufälligkeit der lizensierten Schweizer Casinos ist dagegen gewährleistet. Hier hat auch die ESBK ein Wörtchen mitzureden und testet die Anbieter regelmäßig.